Kurioses

Interviews und Gespräche mit führenden Managern verschiedener MÖG´s

            

 

Kurioses

 

Teil 1: Interview mit führenden Managern verschiedener MÖG´s

Die Teilnehmer:
Fragender: Mr. Slave
Antwortende: Mr. Gier, Mr. Moneymaker, Mr. Schlund

 

1.) Frage:
Mr. Slave: Nach langer Zeit habe ich nun endlich den Mut gefunden, als geschundener angeblicher Unternehmer mit Ihnen ein Interview zu führen. So möchte ich mich auch recht herzlich bedanken, dass Sie sich großzügigerweise bereit erklärt haben, Ihre kostbare Zeit für dieses Gespräch zu opfern.

 

Antwort:
Mr. Gier: No problem, Mr. Slave, Sie sind mein größtes Kapital.
Mr. Moneymaker: Gerne, but time is money.
Mr. Schlund: Schmatz schmatz, schlürf...

 

2.) Frage:
Mr. Slave: Wie sehen Sie die allgemeine Gewinnentwicklung Ihrer selbständigen Unternehmer seit dem Jahr 2003?

 

Antwort:
Mr. Gier:Unser Geldfluß war nie gefährdet.
Mr. Moneymaker: Seit 2003 haben wir optimale Rahmenbedingungen geschaffen. € 30.000 ist doch was, oder?
Mr. Schlund: Yes, Yes, Yes...

 

3.) Frage:
Mr. Slave: Finden Sie es nicht ein bisschen merkwürdig, dass die Gewinne Ihrer geschätzten Unternehmer gesenkt werden, und Sie irgendwie Ihre Pachten erhöhen?

 

Antwort:
Mr. Gier: Alles relativ.
Mr. Moneymaker: In Angola arbeitet man auch für € 0,50 pro Stunde. Immerhin verdienen Sie bei uns das 9-fache im Vergleich zu Angola…das ist doch mehr als genug, oder?
Mr. Schlund: Rülps...

 

4.) Frage:
Mr. Slave: Wie haben Sie es denn geschafft, ein festes Gehalt pervers mit einer aufwendigen BWA zu strukturieren? Wäre es nicht einfacher, einen Gehaltszettel auszufüllen?

 

Antwort:
Mr. Gier: Dann hätten wir die soziale Verantwortung auf dem Hals, viel zu teuer, man käme vielleicht auf die Idee, in den Urlaub gehen zu wollen.
Mr. Moneymaker: In Angola gibt es übrigens auch keinen Urlaub.
Mr. Schlund: No, no, no!!!!

 

5.) Frage:
Mr. Slave: Was kann ich tun um meinen Gewinn zu verbessern?

 

Antwort:
Mr. Gier: Ihre Frau ist doch gestorben, da gibt es doch bestimmt eine Lebensversicherung?
Mr. Moneymaker: Gute Idee, hat auch schon öfter geklappt.
Mr. Schlund: Coool...

 

6.) Frage:
Mr. Slave: Warum gestehen Sie Ihren selbständigen Partnern nicht mehr Freiheiten zu?

 

Antwort:
Mr. Gier: Noch mehr, Sie können doch jetzt schon selbst entscheiden, ob Sie schneller oder langsamer pleite gehen.
Mr. Moneymaker: Freiheit ist eh nur eine Illusion. Wir kümmern uns doch um Sie und um Ihr Geld.
Mr. Schlund: Schlürf...

 

7.) Frage:
Mr. Slave: Würden Sie selbst eine Ihrer Tankstellen als selbständiger Tankstellenbetreiber führen?

 

Antwort:
Mr. Gier: Das ist nicht meine Aufgabe.
Mr. Moneymaker: Auf keinen Fall, ich will noch was vom Leben haben. Allein für die Provision meiner Zielvereinbarung pro Jahr müsste ich ja zehn Jahre selbst an der Kasse stehen als selbständiger Unternehmer.
Mr. Schlund: No no no no...

 

8.) Frage:
Mr. Slave: Was kann ich denn noch tun um auf einen vernünftigen Gewinn zu kommen und Sie dabei auch noch zufrieden zu stellen.

 

Antwort:
Mr. Gier: Mission Impossible..
Mr. Moneymaker: Forget it...
Mr. Schlund: Grins Grins...

 

9.) Frage:
Mr. Slave: Ich bedanke mich für das offene und ehrliche Interview, ich muß mich jetzt leider verabschieden, ich habe gleich einen Termin beim Arbeitsamt, die Bezüge bei Hartz IV sind sehr vielversprechend.

 

Antwort:
Mr. Gier: Nur leider haben Sie ja nix eingezahlt, aber wir nehmen Sie gerne wieder auf, und Ihre eigene Lebensversicherung dazu...

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Teil 2: Interview mit führenden Managern verschiedener MÖG´s

Die Teilnehmer (wie gehabt):
Fragender: Mr. Slave
Antwortende: Mr. Gier, Mr. Moneymaker, Mr. Schlund

 

Mr. Slave: Vielen Dank für Ihre Großzügigkeit, mich noch einmal in Ihren Hallen zu empfangen. Ich habe mir erlaubt, meine ölverschmierten Schuhe auszuziehen. Ich möchte Ihnen einfach keinen Ärger mehr bereiten.

 

Mr. Moneymaker: Mr. Slave, was ist mit Ihrer kritischen Gesinnung passiert?

 

Mr. Slave: Ich war ja beim Arbeitsamt, dort haben Sie mir mitgeteilt, dass ich kein Hartz IV-Geld bekommen werde und rein von meinen Schulden leben muss. Ich wusste gar nicht, dass ich so arg verschuldet war, vielleicht hat aber ja mein Steuerberater vergessen, dass er meine Interessen vertritt und nicht Ihre, das tun ja einige, habe ich gehört.

 

Mr. Schlund: Nana, Mr. Slave, manche wissen halt, was sie an uns haben und Sie sollten nicht zuviel nachdenken und frech werden. Setzen!

 

Mr. Gier: Wir sind froh, dass Sie wieder bei uns sind. Unser System funktioniert anscheinend prima.

 

Mr. Slave: Ich bin sehr froh wieder hier zu sein und habe gerne meine letzte noch verbleibende Lebensversicherung verwendet und Ihnen als Sicherheit in großer Ehrfurcht zur Verfügung gestellt. Trotzdem liegt mir etwas am Herzen, das ich untertänigst ansprechen möchte.

 

Mr. Moneymaker: What´s your problem?

 

Mr. Slave: Entschuldigung, können wir weiter Deutsch sprechen? Ich habe große Schwierigkeiten in der neuen Zeit mit den internationalen Sprachen. Das Arbeitsamt hat mir auch leider keinen Englischkurs bewilligt, aber vielleicht können Sie mir einen anbieten?

 

Mr. Moneymaker: Also, was haben Sie auf dem Herzen? Wir laden Sie gern zu einem Seminar ein, um die internationalen Sprachen zu lernen. Wobei Einladung bedeutet, dass Sie die Kosten sowieso selbst zahlen müssen, aber das ist ja mittlerweile bekannt und auch akzeptiert, zumindest weigert sich niemand. Das ist unsere Art Einladung. Reine Formsache! Wir empfehlen in diesem Falle unser SMART Englischseminar mit zugehörigem Wörterbuch „We can- and you would like to…“.

 

Mr. Slave: Ehrlich meine Herren, ich bin innerlich zerrissen. Seitdem ich Primus beim Optimierungsprogramm bin und ich mein Lager auf „Just in Time“ eingerichtet habe, meine Margen nach Vorgabe auf 50 – 60% eingepflegt habe, muss ich laufend in Masse vorwiegend nicht ansprechende No-Name-Ware in meinem, Entschuldigung, Ihrem Shop einkaufen und um sie überhaupt verkaufen zu können unter Marge anbieten. Warum ist das so? Ich verdiene doch gar nichts daran und muss das Meiste abschreiben.

 

Mr. Gier: Ist doch logisch. Wir verhandeln doch mit unseren Lieferanten und der Industrie über Abnahmemenge! Je unbekannter die Ware ist, desto mehr Money für uns. Wie Sie schon sagten, es ist eigentlich unser Shop! Um die Abschriften machen wir uns weniger Sorgen, die gehen ja zu Ihren Lasten!

 

Mr. Slave: Was meinen Sie denn genau mit „Ihrem“ Shop?

 

Mr. Moneymaker: Laut Vertrag ist der Einkauf frei und Sie sind selbständiger Unternehmer… aber

 

Mr. Schlund: HAHAHAHAHAHAHAHAH…

 

Mr. Gier: Papier ist geduldig, Sie kennen doch die Praxis. Seit Jahren vermieten wir Ihre Regale gleich mehrfach.

 

Mr. Slave: Aber ich zahle doch Pacht an Sie, auch für den Shop…

 

Mr. Schlund: Rülps, Schmatz….

 

Mr. Gier: Slave, warum machen Sie eigentlich so einen perversen Regalspiegel? Denken Sie wirklich, dass unsere Aussage „einheitlicher Auftritt bundesweit“ ernst gemeint ist?

 

Mr. Schlund: HAHAHAHA, Rülps.

 

Mr. Slave: Wie, die Aussage stimmt nicht?

 

Mr. Gier: You stupid guy! Wir haben Deine Regale an die Industrie verpachtet, wir haben Deine Valuta einkassiert, wir haben Deine Rückvergütungen von Deinen Lieferanten vereinnahmt, und wir bekommen von der Industrie für schwer absetzbare Produkte och Sonderkonditionen. Zu guter Letzt kassieren wir von Dir noch die Umsatzpacht. Was wollen wir mehr? Begreife endlich, dass Du unser Püppchen bist.

 

Mr. Slave: Wie Püppchen, ich bin doch männlich und mündig und laut Vertrag bin ich doch selbständig…

 

Mr. Moneymaker: Sicher, laut Vertrag sind Sie selbständig, aber wir schützen Sie davor, denn wer keine unternehmerischen Freiheiten hat, kann auch keine unternehmerischen Fehler begehen. Unsere eigenen Fehler sind nicht erwähnenswert, denn die Kosten dafür wälzen wir eh auf Sie um. Gucken Sie sich doch an, Sie sind doch gar nicht in der Lage, ohne uns zu existieren, Sie wissen doch, wo Sie stehen. Wenn Sie wirklich ein Unternehmer wären, würden Sie doch nicht seit Jahren unsere Abzocke und unsere Heuchelei und unser Vorgaben befolgen. Das bisschen Jammern, was Sie tun, macht doch wirklich keinen Unternehmer aus, Sie sind doch nur dafür geeignet, als Figur in einem Spiel zu unseren Gunsten zu spielen. Lassen Sie uns doch das Vergnügen. Solange Sie alleine und nicht organisiert sind und Ihre Meinung nicht zu offen in unserem demokratischem Forum anbringen, sind Sie uns schnuppe!

 

Mr. Slave: Ja aber ich könnte doch viel mehr verdienen, wenn ich vernünftige Ware, und vielleicht sogar noch zu vernünftigen Preisen kaufen würde. Ich habe festgestellt, dass ich oft bei anderen Lieferanten viel bessere Preise bekommen könnte. Das wäre doch auch gut für Sie, denn wenn ich im Shop günstigere Preise anbieten kann, würde ich auch wieder mehr Umsatz machen können, also auch mehr Umsatzpacht, oder?.

 

Mr. Gier: Vergessen Sie´s, das bisschen mehr Umsatzpacht interessiert uns nicht, über die Rückvergütungen allein verdienen wir viel mehr. Ihr Gewinn ist uns sowieso egal, er ist ja gedeckelt von uns. Kapieren Sie es doch endlich, es ist ein Systemgeschäft und wir haben viel Arbeit gehabt, dieses System dermaßen pervers zu strukturieren.

 

Mr. Slave: Oh je, ich glaube, ich werde das Gespräch erst einmal abbrechen. Das ist ja jede Menge zum Nachdenken für mich. Ich bedanke mich nochmals untertänigst bei Ihnen für Ihre kostbare Zeit. Ich erlaube mir aber bestimmt, bald wieder auf Sie zuzukommen, ich glaube, ich habe noch ein paar Fragen.

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Teil 3: Gespräch mit Mr. Slave und auf der Konzernseite mit Mr. Gier, Mr. Moneymaker und Mr. Schlund:

Mr. Moneymaker: Einen wunderschönen Tag Mr. Slave, es ist sehr nett von Ihnen, dass Sie sich nun einmal für uns Zeit genommen haben und unserer Einladung gefolgt sind.

 

Mr. Slave: Oh, bitte, bitte, was ist passiert, dass Sie sich nun Zeit nehmen, mich sogar einzuladen und mich so herzlich empfangen, sogar mit einem kleinen Imbiss und Getränken?? Bestimmt wollen Sie mich raus schmeißen, oder?

 

Mr. Gier: Aber Mr. Slave, das würden wir doch nie tun, wir würden niemals so schnell einen Ersatz für Sie finden, mittlerweile ist es gar nicht mehr so einfach, jemanden als Tankstellenbetreiber zu finden... selbst unsere Zukunftshelden haben das mittlerweile erkannt und werden abtrünnig. Außerdem habe wir Grosses vor...

 

Mr. Slave: Was haben Sie denn vor, was ist Thema heute? Bin fürchterlich gespannt.

 

Mr. Schlund: Rülps, oh bitte entschuldigen Sie!

 

Mr. Moneymaker: Mr. Slave, wir machen uns große Sorgen um unsere Gewinne und haben mitbekommen, dass es an der Basis doch nicht so aussieht, wie wir es geschildert bekommen haben. Darauf möchten wir näher eingehen. Unser Optimierungsprogramm „Bremspedal“ sollte eigentlich Ihre Personalkosten auf ein Minimum reduzieren, auch waren wir der Meinung, dass man Tankstellen mit Aufgabenplänen und anderen Werkzeugen leiten kann. Unser Gedankengang war oder ist, unseren Angestellten acht oder neun Tankstellen zukommen zu lassen, und diese dann mit Unterschriften und ständigen Kontrollen kostengünstig und im System zu betreiben. Wir würden uns quasi Ihren kargen Unternehmerlohn, der uns immer noch zu viel ist, neun Mal sparen. Und nun haben wir das Problem, dass es nicht funktioniert, weil wir dann für das Personal verantwortlich sind und mit enormen Kosten belastet werden. Von Ihrer Seite her leisten Sie nur noch Dienst nach Vorschrift und sind nicht mehr zu motivieren. Daher sehen wir uns gezwungen, mit Ihnen wieder zu sprechen, denn ansonsten können wir unsere Aktionärsvorgaben nicht erreichen.

 

Mr. Gier: Es wird für uns auch immer schlimmer, wir erhalten mittlerweile sogar schon überaus kritische Briefe von Gruppierungen, die sich auf einmal auf unsere Verträge besinnen und diese sogar mit Anwälten kritisch und offen hinterfragen. Man entwickelt doch tatsächlich wieder den Ehrgeiz, selbständig unternehmerisch zu denken, man verbündet sich und tauscht sich aus.
Auch wissen wir, dass diese Gruppierungen bezirksübergreifend solidarisiert sind und sogar über Einkaufgemeinschaften nachdenken, die unsere Empfehlungslieferanten ausschließen. Wo soll das hinführen, wir benötigen doch unsere Rückvergütungen. Mr. Slave, können Sie uns was dazu sagen?

 

Mr. Slave: Nun ja, ich weiß von nichts, habe aber gehört, dass es an der Basis große Unzufriedenheit gibt.

 

Mr. Moneymaker: Das wissen wir, deshalb haben wir eine große Umfragekampagne gestartet mit dem Ziel, Ruhe einkehren zu lassen, bis unsere beabsichtigten Umstrukturierungen auf Umsetzung geprüft sind. Was glaube Sie, warum wir uns eine so große Mühe geben, unsere teuersten Mitarbeiter zu Ihnen zu schicken mit der Vorgabe, mit Ihnen in den Dialog zu gehen.

 

Mr. Slave: Ganz ehrlich? Sie sind noch nicht so weit, wie Sie gerne wären mit der Umgestaltung des Systems und wollen uns beruhigen, damit wir weiter unsere Frondienste leisten. Aber nehmen Sie mir das bitte nicht übel das habe ich nur gehört von einer straff organisierten Gruppierung.

 

Mr. Moneymaker: Aber Mr. Slave, so kann man das nicht ausdrücken, außerdem ist alles endlich, damit haben Sie sich doch alle in der Vergangenheit abgefunden, Sie müssen uns auch als Konzern verstehen, die Aktionäre sind sehr wichtig. Mr. Slave, Sie können uns helfen, unsere gemeinschaftlichen Ziele zu sichern, wenn Sie an der Basis lauschen, und beinhart alles umsetzen, was wir Ihnen anordnen, oh, natürlich nur empfehlen, dann werden Sie der King sein.

 

Mr. Slave: Ich soll ein Verbündeter von Ihnen werden?

 

Mr. Schlund: Schluchz, schmatz, pups.

 

Mr. Gier: Wer groß werden will, muss andere klein machen.

 

Mr. Slave: Sorry, Mr. Gier, wie soll ich groß werden in Ihrem System?

 

Mr. Gier: Größe ist relativ, Sie haben doch alles, wovon wir denken, dass Sie davon leben können. Bedenken Sie, Sie haben einen Plangewinn von € 50.000, und das obwohl Sie nicht einmal Aktien von uns haben. Natürlich erreichen Sie diesen Gewinn nicht immer, aber auch das gab es ja schon einmal. Man kann ja auch mal in wirtschaftlich schweren Zeiten mit weniger auskommen, € 35.000 vor Steuer hat ja auch nicht jeder Bandarbeiter. Sie zahlen ja so auch weniger Steuern, dadurch ist Ihr Nettogewinn nach unserer Meinung gleich und ausreichend. Man muss ja auch nicht übertreiben.

 

Mr. Moneymaker: Wir brauchen Ruhe, die darf aber nichts kosten. Haben Sie Vorschläge dazu?

 

Mr. Slave: Ganz ehrlich, aus praktischen Gründen denke ich, dass das „Bremspedal“ gescheitert ist, Sie haben sich auf Unterschriften und theoretische Pläne verlassen mit dem Ziel uns zu Tode zu sparen, dann haben Sie in einem Anfall von Ignoranz erfolgreiche Symbiosen zerstört, die Sie heute nicht mehr flächendeckend wieder beleben können. Sie sollten sich anstrengen, die alten Geschäftsfelder, die Sie mit Ihrer theoretischen Unwissenheit zerstört haben, wieder zu beleben. Kurzum, Sie haben Millionenumsätze zerstört. Sie haben Kunden vertrieben, die Sie auch mit Ihrem Kundenbindungsprogramm nicht mehr generieren können. Schon allein Toto-Lotto hätte so viele Kunden und Zusatzgeschäfte den Stationen gebracht, das Sie sich die Unsummen für Ihr Kundenbindungsprogramm hätten sparen können. Auch sollten Sie bedenken, dass Sie von unserer Motivation leben, und das heißt für uns, auch leben zu können ohne auf einer Galeere rudern zu müssen.

 

Mr. Moneymaker: Danke fürs erste. Was hat Sie so verändert?

 

Mr. Slave: Ihr furchtbarer Aktionismus, Aktionen ohne Ende, keiner blickt sie mehr. Kommen Sie doch an die Basis und setzen Sie einmal Ihre Marketingaktionen um, die faktisch kaum etwas bringen. Dann verlangen Sie, dass die Basis für € 6,50 Ihrem hohen Anspruch gerecht werden soll. Ihre Angestellten sind mittlerweile der Meinung, dass der Unternehmer auch samstags und sonntags vor Ort vor allem seine guten Vollzeitkräfte einsetzen soll, dies darf aber nichts kosten. Was sind das für Ansätze ? Wie kommen die zu solchen Aussagen? Wenn Sie das so wollen, dann stellen Sie Ihre jetzt schon für Sie faktisch arbeitenden Mitarbeiter ein. Dann können Sie für den Filialleiter und seine Angestellte Zuschlage für das Wochenende bezahlen und werden es plötzlich mit horrende Personalkosten zu tun bekommen. So zu arbeiten ist unmöglich, vor allem, wenn Sie Ihren Kraftstoffpreis mehrere Cent über unsere Mitbewerber halten. Und dieses begründen Sie uns gegenüber dann noch mit nicht faktischen Gründen, die anscheinend für alle anderen nicht gelten. Das ist doch pures Heuschreckenverhalten mit Unverstand und uns gegenüber schlichtweg gelogen, weil Sie sich schon nicht mehr trauen, dieses Vorgehen mit horrenden Margenvorstellungen zu begründen. Außerdem habe ich gemerkt, dass nicht nur ich das Problem mit Ihnen habe und immens verschuldet bin, sondern fast alle Betreiber, die ich kenne. Wir wissen, dass Sie sich unseren HGB-Anspruch schon im Vorfeld durch überhöhte Pachten abholen.

 

Mr. Gier: Wie meinen Sie das?

 

Mr. Slave: Ganz einfach. Wenn ich am Tag der endgültigen Überschuldung von Ihnen die Kündigung erhalte und von Ihnen ca. € 50.000 bis € 70.000 erhalten müsste und mit € 50.000 schon verschuldet bin, haben Sie ein leichtes Spiel mit mir, das heißt, dass Sie praktisch keinen HGB mehr bezahlen, weil Sie sich durch Ihr gezieltes, HGB neutralisierendes Pachtsystem meinen HGB bereits im Vorfeld abgeholt haben.

 

Mr. Moneymaker: Mr. Slave, so dürfen Sie das nicht sehen, wir sind doch Ehrenmänner, das liegt doch nicht an der Konzernführung. Da ist uns sicher ein Fehler in der Berechnung der Pachten unterlaufen. Sicher wir sind sehr über die Gesamthöhe der eingehenden Gesamtpachten überrascht.

 

Mr. Slave: Widersprechen Sie sich eigentlich nicht?

 

Mr. Moneymaker: Inwiefern?

 

Mr. Slave: Sie wissen doch, um was es geht, das haben Sie mir doch gerade erklärt. Wenn dem so wäre, gäbe es doch die ganzen kleinen Raubritter nicht mehr in Ihrem Unternehmen. Komischerweise arbeiten die aber weiter für Sie, trotz aller unseriösen Methoden, die angewendet werden! Das ist schon beinhart . Da muss man nicht sehr viel lauschen, um das zu mit zu kriegen.

 

Mr. Moneymaker: Okay, das reicht, so macht das keinen Sinn.

 

Mr. Slave: Das sehe ich ganz genau so, statt mich zu einem Verbündeten machen zu wollen, sollten wir alle unsere Verträge so leben, wie sie auf dem Papier stehen. Nur so profitieren wir alle davon. Ich denke mal, das haben auch Sie erkannt, es würde uns freuen, bald von Ihren angekündigten Änderungen und Einsichten zu hören.

 

Mr. Gier: Mr. Slave, wir benötigen Zeit, wir werden uns erst einmal beraten und weiteres dann Ihnen mitteilen. Wir wünschen Ihnen einen schönen Tag!

 

Mr. Schlund: Schluchz, Rülps.

 

Mr. Slave: Meine Herren, Sie sollten sich nicht zu viel Zeit lassen, ich möchte das zum Abschied nur nochmals betonen! Auf wiedersehen! Ich lasse mich gern überraschen, wenn Sie wirklich zu einer Lösung in allseitigem Interesse bereit sind.

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Teil 4: Gesprächsrunde zwischen unserem alt bekannten Mr. Slave, der mittlerweile eine Ahnung davon bekommt, wie das Spiel in der bekannten „Partnerschaft“ mit den MÖG´s läuft, und den Vertretern der MÖG´s Mr. Moneymaker, Mr. Slave, Mr. Gier:

Mr. Slave: Guten Tag meine Herren, vielen Dank, dass ich mal wieder Ihre ach so kostbare Zeit in Anspruch nehmen kann!

 

Mr. Gier: Zeit ist Geld, setzen und was gibt’s?

 

Mr. Slave: Nun ja, meine Herren. Ich muss jetzt all meinen Mut zusammen nehmen, aber ich habe auch keine andere Wahl, denn mir steht das Wasser bis zum Hals...

 

Mr. Moneymaker: Nun, dann können Sie ja wenigstens nicht verdursten, hahaha....

 

Mr. Slave: Witzig, aber mir ist das Lachen mittlerweile vergangen. So allmählich glaube ich, dass es in dieser Zusammenarbeit kein Miteinander mehr gibt. Anscheinend definieren Sie Zusammenarbeit so, dass ich arbeite und Sie zusammen das Geld erhalten, was ich Ihnen rein schaffe. Also, ersparen wir uns das Gerede, ich würde gerne zum Punkt kommen: Aktuelle wirtschaftliche Situation und Planung für 2010....

 

Mr. Schlund: Mr. Slave, was ist das für ein Ton? Worüber wollen Sie mit uns diskutieren? Unterdeckung, alt bekanntes Thema, müssen Sie halt weniger ausgeben und mehr arbeiten, seien Sie froh, Hartz IV-Empfänger haben noch weniger zum Leben und was die Planung angeht: Für uns steht die fertig auf dem Papier, Sie planen doch mit Ihrem Steuerberater und uns im Januar und wir wissen schließlich schon, was wir wollen: PACHT, oder glauben Sie, wir brauchen keine Mehreinnahmen für unsere Aktionäre?

 

Mr. Slave: Natürlich, aber so einfach ist das nicht: Sie legen mir wieder ein neues Sparprogramm in mein Nest, Ergebnis natürlich weniger Arbeitsstunden. Wie soll das gehen, wenn wir davon ausgehen, dass das Motto der „Kunde im Blick“ nicht nur Heuchelei ist?

 

Mr. Gier: Mr. Slave, nun mal halblang, das kriegen Sie schon hin, wir haben ja schließlich in der Praxis die realen Zeiten für das Modell genommen und letzten Endes erwarten wir einfach, dass Sie Ihre Potentiale besser nutzen. Sie haben Zeit genug, Sie können auch ein bisschen mehr leisten, es geht darum, dass Sie Ihre Personalkosten einfach senken müssen! Gas geben!

 

Mr. Slave: Nun ja, das klingt logisch in der Theorie, aber man nur etwas senken, was noch senkbar ist, und ehrlich gesagt: In den letzten Jahren haben Sie das Thema bereits ausgelutscht, bis zum geht nicht mehr, da ist nichts mehr zu holen. Wir zahlen Dumpinglöhne, und wir selbst stehen schlechter da als jeder Arbeitnehmer in unserer Position. Eigentlich erwarte ich täglich ein Angebot von Ihnen, in dem Sie mir endlich meinen Arbeitsvertrag vorlegen. Und das Ergebnis des neuen Programms ist genau so, wie das Ziel desjenigen, der das Programm entwirft. Und Ihr Ziel lautet: Mehr Pacht, weniger Personalkosten.

 

Mr. Moneymaker: Ach Slave, was reden Sie, statt hier zu reden, sollten Sie lieber an der Tanke stehen. Wir wollen gute Personalkosten, keine schlechten, und wenn Sie hier herum stehen und uns nerven, kostet das nur wieder Zeit und Geld.

 

Mr. Slave: Gute und schlechte Personalkosten? Was ist das?

 

Mr. Gier: Gute Personalkosten sind die günstigen, möglichst effektiven knappen Arbeitsstunden und Ihre Arbeitsleistung für nichts. Blöde Frage: Schlechte Personalkosten sind die Kosten, die Sie einfach durch Ihre Unternehmereigenschaft an uns vorbei lotsen, nur weil Sie meinen, Sie müssen Ihren Mitarbeitern einen angemessenen Lohn zahlen. Das sind Pachtpotentiale für uns. Warum sollte Ihnen das Geld zur Verfügung stehen, warum wollen Sie marktgerechte Löhne zahlen, Ihre Mitarbeiter sollen sich nicht anstellen, wenn es nach mir ginge, könnten die für € 5,-- arbeiten, das entspricht dann wenigstens auch Ihrem Unternehmergewinn, umgerechnet, oder nicht? Billiger arbeiten, natürlich mit besserer Leistung. Es sollte alles super sein, das ist ja klar...

 

Mr. Slave: Ich glaube, ich weiß nicht, was Sie meinen. Seit Jahren lassen wir es zu, dass Sie uns in die Ecke drängen, und nun wollen Sie entgegen aller Praxis noch mehr an die Kosten heran, um jeden Preis mehr Pacht. Steht eigentlich irgendwo in unserem Vertrag, dass ich mich verpflichte, Ihnen meine Personalhoheit zu überlassen, oder dass die Geschäftsplanungen nur noch pachtorientiert laufen?

 

Mr. Schlund: Vergessen Sie den Vertrag, Papier ist geduldig, noch mal: Mehr Pachten!!!

 

Mr. Slave: Unmöglich, abgesehen davon: Was ist mit dem Alkoholverkaufsverbot? Das müssen wir in einer reellen Planung berücksichtigen, wie sehen Sie das?

 

Mr. Gier: Berücksichtigen Sie das halt, aber nicht zu Lasten der Pacht, bilden Sie sich ja nicht ein, dass wir dies tragen, dann verdienen Sie halt weniger, oder glauben Sie, der Konzern trägt das allein?

 

Mr. Slave: Ganz ehrlich, ja. Oder haben Sie in den letzten guten Jahren die Gewinne nicht auch allein davon getragen? Ich habe keinen einzigen Bonus geschweige denn einen guten Gewinn erzielen können, der Gewinn ist zu Ihnen geflossen, dann werden Sie auch die Umsatzeinbussen allein tragen müssen, so sehe ich das. Zu meinen Lasten kann nichts mehr gehen, denn dann bin ich pleite! Die aktuelle Unterdeckung ist schon schlimm genug, wie soll ich die jemals beseitigen können, wenn die von Ihnen geplanten Gewinne nie eintreten, wir nicht einmal vernünftige Einkaufspreise erhalten von Ihren Empfehlungslieferanten und Valuta schon von vornherein nicht gegeben werden. Auf dem freien Markt ist dieses Thema Valuta mehr als selbstverständlich, nur bei Ihnen nicht. Auch haben Sie unsere rentablen Zusatzgeschäfte kaputt gemacht durch Ihre Vorgaben, jetzt erwarten Sie, dass wir diese Fehler schlucken und dann auch noch die Einbussen zu Ihren Gunsten tragen.

 

Mr. Schlund: Jetzt reicht es aber, Slave, unsere Valuten gehen Sie nichts an, und die hohen Einkaufspreise brauchen wir, was denken Sie denn? Wir wollen nicht auf die Rückvergütungen der Lieferanten verzichten und letzten Endes ist es ja so: Anscheinend ist Unterdeckung und Verschuldung noch nicht hoch genug, denn sonst würden Sie Ihre Klappe ja nicht so weit aufreißen, oder?

 

Mr. Slave: Okay, ich glaube das war es jetzt, ich werde das Gespräch abbrechen. Zumindest habe ich nun verstanden: Sie wollen die Kosten, insbesondere die Personalkosten auf Teufel komm raus entgegen Ihren eigenen angeblichen Zielen senken, Sie entscheiden zwischen guten und schlechten Personalkosten und definieren diese auch noch, Sie weigern sich die Planung real durch zu führen, sondern wollen die drohenden Umsatzeinbussen zu unseren Lasten stehen lassen.... Pacht heißt Ihr Motto. Netter Nebeneffekt für Sie: Ich werde noch mehr in die Ecke gedrückt und abhängig zu Ihnen. Es geht Ihnen nur um Ihr Geld, Ihre Pachteinnahmen.

 

Mr. Moneymaker: Jetzt endlich hat er verstanden.

 

Mr. Slave: Dann sollten wir einfach die Heuchelei einer Planung weg lassen. Sagen Sie mir, wie viel Pacht Sie wollen und alles andere sag ich dann. Wobei ich mir fast sicher bin: Wenn Sie von Ihrem Standpunkt nicht abweichen und endlich einsehen, dass ich nicht mehr in der Lage und auch nicht mehr bereit bin, weitere Zugeständnisse zu machen entgegen der wirtschaftlichen und vor allem vertraglichen Realität, werde ich das Ganze schmeißen. Machen Sie Ihre Tankstelle doch selbst, wenn alles so einfach und rosig ist, wie Sie ja immer wieder behaupten, frage ich mich, warum Sie nicht selbst eine Tankstelle machen sondern Ihre dicken Hintern auf dem Ledersessel breit sitzen. Schade, ich würde gern mal wieder in einer WIN-WIN-Situation motiviert arbeiten, beide Seiten könnten davon profitieren, aber so ist das unmöglich.

 

Mr. Schlund: Slave, jetzt reicht es, machen Sie es oder lassen Sie es, aber geben Sie endlich Ruhe, Ihr Gerede interessiert hier niemanden, oder glauben Sie etwa, wir wissen nicht, was wir tun?

 

Mr. Slave: Was Sie tun wollen, wissen Sie schon, was ich tun muss oder tun werde, bestimme ich aber immer noch selbst, wir werden ja sehen. Wie gesagt, wir haben einen Vertrag. Machen um jeden Preis, die Zeit ist vorbei, jedenfalls für mich.

 

Auf Wiedersehen!

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Aktuelles

 

Brief an die ARAL AG:

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